Naturspektakel Irland

Nachdem wir unseren 160. Tag am Meer verbracht haben, kriegten wir am folgenden Morgen Besuch vom Bauern, welchem dieses Stück Land gehört, auf welchem wir standen. Freundlich, wie die Iren sind, hat er sich mit uns über das Wetter und Irland unterhalten. Immer, wenn wir mit Iren ins Gespräch kamen, so wird das Wetter erwähnt. Logisch, so wechselhaft dieses nun mal ist. Weiter sprechen sie gerne über die Iren selber. Wie sie so leben, wie es Irland geht, was Irland macht und was Sachen wie Brexit mit Irland machen würde. Die Iren sind sehr neugierige Menschen – positiv neugierig.

Der Bauer war sehr gesellig. Spannende Diskussionen, Gelächter, ernste Probleme Irlands usw. Wir haben ihn kurzerhand zu unserem Frühstück eingeladen. Er war jedoch sehr bescheiden und mit einem Marmeladenbrot äusserst zufrieden.

Zu unserem Alltag gehören mit Samsa Spaziergänge. Lange Spaziergänge. Morgens, nachmittags und abends. Wunderbar, um die Bewegung auf der Reise beizubehalten. Wir sehen die Landschaften auch anders. Genauer. Detaillierter. Wir achten uns viel mehr auf Einzelheiten, die sich um uns befinden. Vögel, welchen Samsa gerne nachspringen würde. Hasen, welche Samsa gerne jagen würde. Liegengelassener Hundekot, den Samsa gerne probieren würde. Hunde machen das scheinbar. Autos, die uns kreuzen, gewisse Pflanzen, die Samsa auch nicht näher betrachten sollte usw.

Spannend. Weiter nutzen wir die Spaziergänge auch für das anspruchsvolle Training, welches wir mit Samsa durchführen. Nach drei Wochen haben wir bereits einige Sachen intus. Sitz, Bleib, ihren Namen, Pfote geben, Chillen (Liegen), Hier (zurückkommen) oder auch Leinenführung.

Sonne und Regen wechseln sich immer noch ab. Nun meldet sich aber auch die irische Kälte dazu. Ungemütlich, aber halt auch irisch. Wir fahren los und erkunden den Ring of Barea. Die kleinere Form des bekannten Ring of Kerry. Aber ebenso wunderschön. Die Natur bläst uns wortwörtlich fast weg.

Die Nacht verbringen wir auf einem Parkplatz an einem See, da der vorhandene Camperparkplatz nebendran mit 10 Euro doch etwas zu teuer war, für was es bietete.

Die nächste Erkundungstour war der berühmte Ring of Kerry. Touristischer als der Ring of Barea, aber auch schön. Wir besuchen Ruinen vergangener Zeiten, fahren bei wunderschönen Stränden vorbei und sehen tausende von Schafen, die auf ihren Weiden grasen.

Den schönen Schlafplatz finden wir am White Strand. Riesiger Strand, einsam und fast ohne Besuch von anderen Menschen. Der Wind bläst aber immer noch sehr stark um die Ohren. Unser Bus gibt die Windangriffe schön eins zu eins weiter, wenn man sich schlafen legt.

Nach dem morgendlichen Spaziergang am Strand, dem Kaffee im Bus, Bett herrichten, Bus mit frischer Innenluft füllen, geht es weiter. Der Ring of Kerry hat noch einiges zu bieten. So endet unser Tag dann in Cromane am schönen Strand, direkt neben dem Jacks Coastguard Pub/Restaurant. Dort gönnen wir uns ein paar feine Chips und irisches Bier. Das irische Bier ist Klasse, sogar Weltklasse! Das wärmende Kaminfeuer gibt dem schon so perfekten Ambiente noch den Rest. Wir geniessen es.

Der nächste Morgen zeigt uns aber, dass es bitterkalt war. Gefrorene Scheiben – innen, kristallglänzendes Dach, welches im etwas wärmenden Sonnenschein glitzert und die Temperaturanzeige mit -1’C bezeugen diese Kälte. Egal, Sonne scheint – raus an die frische Luft. Tut gut.

Was zum Leben im Bus dazugehört ist das immer wiederkehrende Suchen nach Schlafplätzen. Dies vor allem, wenn man den Drang nach Entdecken hat und die Campingplätze im Budget wie fast keinen Platz haben. Also, wir versuchen zumindest, diese Kosten zu umgehen. So finden wir auf Park4Night immer wieder tolle Plätze und auch genügend vorhandene. Nicht so in Irland. Hier scheint es etwas schwieriger zu werden. Vieles ist von Zäunen umgeben, Gitter sperren den Weg, riesige Landflächen sind Privatgrundstück oder es ist einfach nicht passierbar mit unserem Bus.

Wir haben aber auch an diesem Tag Glück und finden unseren Schlafplatz beim „Beagh Castle“. Eine alte Ruine, die wunderschön am Meer liegt. Hier können wir am Pier stehen. Wir treffen sogar John, einen Iren, der das ganze Grundstück gekauft hat. Inklusive Burgturm. Er hat schönes vor. Wir diskutieren mit ihm über Irland, die Finanzkrise, das Wetter, sein Bauvorhaben, unser Reisevorhaben usw. Spannende Begegnung. Schlussendlich machen wir noch ein paar Drohnenbilder und schicken ihm diese per Mail zu. Sehr dankend nimmt er diese entgegen.

Es geht weiter zu den Cliffs of Moher. Hohe Klippen, mit Gras und Moos bewachsen. Gigantisch! Aber auch voll mit Touristen. Verständlich, wenn man es vor Augen hat.

Einigen scheint aber das Leben nicht so wichtig zu sein, und sie begeben sich unnötig in Gefahr. Alles für das perfekte Bild. Knapp am Rand der Klippe stehend, den starken Wind um die Ohren und hinter sich der zweihundert Meter hohe Abgrund. Wir bleiben ruhig und bewegen uns hinter der Absperrung.

Weiter ging es nach Galway. Eine empfehlenswerte Stadt für Liebhaber der Live-Musik in Pubs! Ein Pub nach dem anderen bietet tolles Bier, tolle Live-Musik und das typisch irische Ambiente an.

Wir haben aber auch gemerkt, dass wir eher die Landschafts-Reisenden sind und es zieht uns nach dem Besuch von grösseren Ortschaften immer wieder schnell aufs Land. So auch dieses Mal. Wir fuhren weiter. Den Schlafplatz fanden wir in Eyreport. Wow! Wunderschöner Strand. Schon fast karibisch.

Wir haben auch mit dem Wetter Glück. Die Sonne scheint und wärmt. So geniessen wir hier zwei tolle Tage und Nächte. Entspannen, Spazieren gehen, Rumhängen, usw.

Auch der nächste Ort „Trá Bhui“ ist wunderschön! Ein Strand, gefüllt mit unendlich vielen Steinen. Eine Wucht!

Leider kommt am nächsten Tag der starke Wind zurück. Doch wir können trotzdem toll mit Samsa trainieren und am Strand spielen. Sie ist schon viel ruhiger und entspannter.

Die Nacht ist unruhig. Es windet sehr stark. Mitten in der Nacht mussten wir den Bus umparkieren, damit der Wind nicht direkt auf die Seite prallt und wir so ruhiger schlafen können.

Das nächste Highlight, welches wir sehen wollen ist „Slieves League“, die höchsten Klippen Europas. Leider macht uns das Wetter einen Strich durch die Planung und wir steigen kurz aus dem Bus, sehen uns die Klippen an und steigen wieder ein. Der Wind ist schon fast orkanartig. Mit unserem Bus auf diesen Klippen rumzufahren ist auch nicht entspannender. Der Stimmung tut der Wind auch nicht so gut und wir entscheiden uns, dass wir die Nacht auf einem Camping verbringen. Duschen, entspannt Schlafen und Geniessen. Der Camping heisst „Sleepy Hollows“ in Killindarrag. Dieser wird von Nicola und Ian geführt. Zwei junge sympathische Menschen. Schlussendlich bleiben wir zwei Nächte auf diesem Camping.

Am Abend gingen wir zu „Leo’s“-Pub. Wollten essen gehen. Zu spät. Die Küche ist um acht Uhr zu. So gingen wir nach dem Bier zurück zum Bus und speisten dort.

Der darauffolgende Tag wurde ein Reisetag. Bis nach Bushmills sollte es gehen. Ganz im Norden Nordirlands. Dort waren auch Ruth und Beat, welche wir in Fes Marokko kennengelernt haben.

Die beiden verbrachten in etwa die gleiche Zeit in Irland. Immer ein paar Ortschaften voraus. Aber, dass wir uns treffen würden, stand von Anfang an fest.

Wir verbrachten in einem wunderschönen Restaurant einen sehr gemütlichen und lustigen Abend. Da dieser spannende Abend so schön war, haben sich Ruth und Beat entschieden, die Weiterfahrt um einen Tag zu verschieben. So konnten wir mit ihnen gemeinsam den nächsten Tag verbringen. Wir fuhren zu einer komplett mit Menschen überfüllten Hängebrücke und besuchten Ballintoy, wo Game of Thrones gedreht wurde.

Den Nachmittag und Abend waren wir dann bei ihnen auf dem schönen Campingplatz, wo sie standen. Dort wurden wir rührend verwöhnt. Beat machte Apérohäppchen, Ruth kochte leckere Pasta zum Nachtessen, servierte genüssliches Dessert und wir steuerten Wein und einen Dessertlikör bei. Diese Begegnung mit ihnen war wunderschön und hat uns sehr gut getan. Auch Samsa hat es genossen. Nach anfänglichem Bellen, wurde sie ruhig und liess sich von Ruth und Beat Goodies reichen.

Wir verabschiedeten uns von den zwei tollen Menschen. Sie reisen weiter nach Schottland, Island und dann nach Kanada. Wir sind bisschen neidisch. Bis bald! Wir freuen uns!

Die Nacht verbrachten wir auf dem grossen Parkplatz in Bushmills. Gut gelegen, wenig Verkehr und keine nervende Strassenbeleuchtung bescherten uns guten Schlaf.

Wir gingen Giants Causeway besuchen. Eine spannende Steinformation, welche der Legende nach von einem Riesen erbaut wurde, damit seine Angebetete aus dem Meer entsteigen konnte. Wunderschön zum Anschauen. Auch die Dark Hedges besuchten wir. Uralte Buchen, die eine beeindruckende Allee formierten. Ebenfalls ein Drehort von Game of Thrones.

Die letzten Tage in Irland verbrachten wir in den Wicklow Mountains. Ein riesiger Nationalpark. Dort platzierten wir uns an einem Ort, wo gefälltes Holz gelagert wird.

Wir gingen wandern, haben gekocht, die warmen Stunden genossen und entspannt.

Es hiess langsam Abschied nehmen von Irland. Drei Wochen waren wir auf dieser spannenden Insel. Die Landschaft hat uns verblüfft, die tollen Begegnungen gefreut und das Wetter gebraucht. Negativ wie positiv.

Wir werden die Zeit in Irland in toller Erinnerung behalten. Mit der Fähre zurück aufs europäische Festland, nach Roscoff – Frankreich. Dort werden wir ein paar Tage eine Auszeit nehmen und haben dafür ein tolles Häuschen gemietet. Wir freuen uns.

Bis bald ihr Lieben!

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