Nordwärts

Wir fuhren also nach Nazaré. Der St(r)andort, wo die höchsten Wellen der Welt vorzufinden sind. Bis gegen dreissig Meter hohe Wellen peitschen hier in den Wintermonaten an die Küste. Ein spezielles Surferparadies. Also, vor allem für die mutigsten Surfer.

Ansonsten ist Nazaré so ein typischer portugiesischer Ort am Meer.

Wir sind dann nach geänderten Plänen weitergefahren in die Berge in die Serra da Estrela, das höchste Gebirge Portugals.

Nachdem wir die steile und lange Bergstrasse hinter uns hatten, kamen wir an einen Stausee. Von hier aus hat man bei gutem Wetter eine wunderschöne Aussicht. Aber das war noch nicht unser Ziel. Unser Ziel für den Tag war eine Wanderung zu einem anderen Stausee. Dort befindet sich ein Stausee-Überlauf, der bei vielen bekannt ist.

Das „Covao dos Conchos“. Als wir nach knapp einer Stunde dort waren, hatten wir riesig Glück. Vor uns und nach uns waren jeweils recht viele andere Ausflügler dort. So konnten wir das Ziel für uns geniessen. Ein etwas beklemmendes Gefühl kriegt man, wenn man bedenkt, was passiert, wenn man in dieses Loch fallen würde! Der Überlauf führt in ein Rohr, dass 1500 Meter lang ist und unten im Tal endet. Schnell will man an was anderes denken.

Wir machten ein paar Aufnahmen und liefen anschliessend wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Was wir uns jeden Tag überlegen müssen oder dürfen ist, wo wir schlafen gehen. Immer wieder Plätze suchen. Diese Nacht werden wir an einem schönen See in der Nähe von Vilar nächtigen. Ein weiterer Stausee. Und ein weiterer Stausee, der sehr wenig Wasser führt, wie die meisten Stauseen in Portugal.

Nach einer entspannten Nacht fuhren wir durchs Duorotal weiter nach Pinhao. Eine wunderschöne Strecke dem Fluss Duoro entlang. Überall Weingüter, kleine Dörfer, schöne Berge, kurvige Strassen und Sonnenschein.

In Pinhao wollten wir eigentlich gemütlich auf einer Terrasse einen Kaffee geniessen. Leider wurde der ganze Ort von einem nicht-aufhören-wollenden Lautsprecher eines kleinen Sportplatzes zugedröhnt. Wenn es denn immerhin schöne Musik gewesen wäre. So machten wir uns nach einem raschen Kaffee weiter nach Porto. Es hat nämlich Regen vorausgesagt. Und wenns regnet, so sind wir am liebsten in Städten oder auch Dörfer. Es muss einfach dann viele gemütliche Kaffees haben. Das wird dann meistens unsere Tagesbeschäftigung. In ein Kaffee sitzen, feinen Espresso oder Tee geniessen und Artikel lesen. Verschiedenste. Seit kurzem sind dies auch Artikel über Hunde. Ja, es besteht die Möglichkeit, dass wir bald ein „ich-brauch-mehr-Platz“-Tier im Bus haben. Heidi hat da so einen Wunschhund. Samsa. Samsa ist in einem Tierheim in Nordspanien. Diese werden wir in den nächsten Tagen besuchen gehen.

Nun sitzen wir jedoch in Porto in einem gemütlichen Kaffee. Ein Kaffee, das hinten einen separaten Raum hat, wo sich Katzen befinden. Viele Katzen. Alles Katzen, die man adoptieren kann – wenn man möchte. Wollen wir aber nicht. Das Kaffee bleibt trotzdem sehr gemütlich.

Porto ist eine wunderschöne Stadt. Ziemlich viel wirkt heruntergekommen, aber irgendwie mit Stil.

Wir schlafen auf dem Camping. Es ist ein recht günstiger Camping. Eine Nacht kostet komplett mit Bus nur sechs Euro. Und das mit heisser Dusche. Wir freuen uns mittlerweile über jede heisse Dusche.

Das ist auch eine Spezialität in Portugal. In vielen Ortschaften hat es kostenlose heisse Duschen. Top! Diese sind oft in Verbindung mit den öffentlichen Toiletten gebaut worden. Meistens sauber, meistens instand.

Nachdem der Regen aufgehört hat und wir Porto hinter uns gelassen haben, sind wir ins Tal der Thermen gefahren. Natürliche heisse Quellen. Wow! Schon allein die Hinfahrt war super toll. Über gefühlte dreihundert Pässe, zwei Millionen Kurven und ebenso viele Stopps.

In „Os Baños“ – was für ein passender Name für diesen Ort – sind wir ins Dorf gefahren, den Bus auf einem Parkplatz abgestellt und direkt nebenan hat es, mitten im Dorf, einen kleinen Thermenpool. Genial, sauber, heiss und kostenlos. Dort sassen wir dann mal paar Minuten ins gegen 45’C warme Wasser und wärmten uns guttuend auf. Die letzten Tage und das aktuelle Wetter entspricht halt nicht mehr dem Wetter in der Algarve.

Weiter ging es an die Therme „Lagoas quentes Romanas“ in der Ortschaft Bande. Dort haben wir unser Nachtlager vorgesehen. Angekommen, mussten wir leider feststellen, dass die letzten Regenfälle den Wasserspiegel etwas gar erhöht haben und die Therme überflutet war. Das positive daran: wir hatten den Platz für uns. Ab und zu fuhren Einheimische vorbei, fuhren aber enttäuscht wieder davon.

Wir wollten doch thermal-baden. Also, fuhren wir am nächsten Morgen weiter nach Ourense Die Stadt der öffentlichen Thermalbäder. Mitten in der Stadt kann man in einem heissen Pool entspannen. Wir parkierten und liefen dem Fluss entlang. Nicht lange, und wir sassen in angenehm heissem Wasser.

Ausser den vielen Thermalpools und Spa-Hotels hat Ourense nicht wirklich viel zu bieten.

Wir hatten aber sowieso ein anderes Ziel vor Augen bzw. vor Scheinwerfern: Leõn, die alte römische Stadt auf über 800 m.ü.m.

Hier wollen wir das „ich-brauch-mehr-Platz“-Tier besuchen gehen. Samsa, eine Carea Leõnes Hündin. Eines von mehreren Welpen von einem Wurf. Leider will sie niemand. Grund hierfür, Samsa ist schwarz. Schwarze Hunde sind schwierig zu vermitteln. Was auch schwierig zu vermitteln sind, das sind Hunde mit einem schwarz-grauen Fell. Samsa hat so eins. Sie ist lustig. Sie ist frech. Sie ist aber vor allem kinderlieb. Wir gingen nun also mehrere Male mit ihr Spazieren, um zu schauen, wie es so tut. Schauen, wie sie reagiert, wie sie sich verhält. Also, reagiert hat sie vorerst mal gar nicht. Jedenfalls nicht auf uns. Kriegen wir aber hin.

Wir haben uns dann entschieden, dass wir in unserem Bus bisschen Platz machen werden, damit Samsa sich hinlegen kann. Auf dem Boden. Nicht im Bett. Regel ist Regel.

Gemeinsam mit Cristina – sie hat Samsa vorübergehend bei sich aufgenommen, damit sie bisschen aus dem Tierheim rauskommt – haben wir eine schöne Wanderung unternommen. Sie hat vier von ihren fünf! Hunden mitgenommen. War eine schöne Wanderung auf den Berg Fontanan.

Oben angekommen, haben wir die tolle Aussicht genossen.

Ansonsten ist Leõn eine gemütliche Stadt. Die Römer hatten hier eine der Legionenstädte gebaut. Spannend und sehr schön erhalten. Es hat in Leõn sehr viele Kaffees und Restaurants. Typisch für Leõn ist, dass du bei jedem Getränk – egal was, kann auch ein Espresso für Euro 0.80 sein – Tapas gratis aufgestischt bekommst. Krass, wie sich das wohl rechnet?! Eine tolle Tradition hier in dieser Stadt.

Wir werden uns nun auf den Weg nach Irland machen. Dazu fahren wir nach Santander, von wo aus wir voraussichtlich in ein paar Tagen die Fähre nach Cork nehmen werden.

Das nächste Mal werden wir uns etwas gar nördlicher melden. Gespannt auf Irland. Eventuell liegt ja ein Rugby-Spiel im Budget drin.

Liebgruss

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