Start ins 2019

In Lissabon haben wir zwei Tage verbracht. Uns die Stadt angeschaut, sind durch die verschiedenen Quartiere geschlendert, den alten Tramgleisen gefolgt, spektakuläre Aussichten bei den Miradores genossen und beim Friedhof übernachtet.

Lissabon ist eine super spannende Stadt mit vielen Auf und Ab’s. Nicht emotional, sondern weil die Stadt an sieben Hügeln gebaut wurde.

Leider wurde der Aufenthalt in Lissabon durch einen unangenehmen und penetranten Benzingeruch im Innern des Busses etwas getrübt. Seit wir den Bus am Flughafen wieder in Empfang nahmen, roch es stark.

Wir gingen beim ersten verfügbaren – es waren ja noch Feiertage – Garagisten vorbei. Dieser war gerade am Grillieren. Der Check war kurz aber bestimmt. „Alles in Ordnung. Es sind wohlmöglich die Entlüftungsschläuche beim Tank“, sagte dieser. Etwas beruhigt aber dennoch mit zwiespältigem Empfinden fuhren wir weiter.

Es ging wieder dem Süden entgegen. Auf dem Weg Richtung Marokko. Wichtiger Vermerk: Richtung Marokko.

Wir machten Halt in Castro Verde, einem kleinen Dorf im Nichts. Dort übernachteten wir auf dem grossen Dorfplatz. Am nächsten Morgen fanden wir heraus, dass im Dorf ein alter Mann eine Garage führt. Dieser sei gemäss eigenen Angaben auf alte Fahrzeuge spezialisiert. Auch dieser Mechaniker schaute sich den Bus an. Er nahm sich sogar die Mühe und lag unter den Bus. Auch hier wieder beruhigende Äusserungen, dass wir weiterfahren können.

Der Benzingeruch verflog allmählich. Wir dachten, es sei wohl einfach infolge des zweiwöchigen Stehens irgendwie liegengeblieben und durch die Heizung an die Luft getreten.

Auf auf, zu Lala und Stefan. Die beiden Wallsier haben wir in Quarteira kennengelernt. Nun trafen wir sie wieder in Azinhal. Mitten in der Natur. Ein ruhiges Plätzchen, um gemeinsam den Jahreswechsel zu feiern.

Neujahr haben wir an einem gemütlichen aber grossen Lagerfeuer verbracht. Bisschen über das Leben diskutiert. Schön. Mitten in der Nacht kam dann plötzlich ein Auto mit Sirenenalarm herangefahren. Es haltete direkt vor uns. Die Feuerwehr. Sie wollten uns aber nicht mitteilen, dass wir kein Feuer machen dürften, sondern haben nach zwei Partygänger gesucht, die sich scheinbar verirrt hätten.

Um dem Ziel Marokko näher zu kommen, fuhren wir weiter. Es ging nach Matalascanas am Meer. Eine ruhige Nacht an einem eher engen Schlafplatz oberhalb der Meeresbucht.

Der Morgen. Neblig. Das erste Mal seit unserem Reisestart vor zwei Monaten kam Nebel auf. Doch glücklicherweise hielt dieser nicht lange an und die gewohnt wärmende Sonne zeigte sich wieder. Via Sevilla war das Ziel für den Schlafplatz der See von El Palmar de Troya. Auf der Fahrt dorthin befand sich ein Garagist. Richtig. Ein weiterer Garagist. Der Benzingeruch wurde nach dem Tanken wieder stärker. Etwas beunruhigt fuhren wir zu Volks-Haus. Ein spezialisierter Betrieb für alte T1-T3 VW Busse. Perfekt.

Dort angekommen war geschlossen. Kurz riefen wir glücklicherweise an und erklärten unser Problem. „Kein Problem. Wir sind um halb fünf Uhr dort, können den Bus direkt anschauen“.

Der Bus wurde auf den Lift gehieft, kurz mit der Hand oberhalb des Tankes abgetastet. Dort lag das Benzin. Der Tank wurde abmontiert, etwas mit der Drahtbürste angeschliffen und es kam zum Vorschein, was wir nicht hofften. Der Tank hat Löcher! Kleine, aber genügend grosse Löcher, damit Benzin raustrat. Da sich diese Löcher direkt unter dem Heizungsschlauch befinden, tritt der Benzingeruch ins Innere des Busses.

Schnell wurde klar, dass sich dieser Aufenthalt verlängern würde. Der Mechaniker fuhr uns zu einem günstigen Hotel in einem Vorort von Sevilla. Dort blieben wir zwei Nächte. Das gute daran: endlich wieder mal richtig warm Duschen! Am darauffolgenden Tag besuchten wir erneut Sevilla. Zum Glück ist es in Sevilla passiert, dachten wir uns. Sevilla, eine wunderschöne und absolut besuchenswerte Stadt! Wir sahen den Umzug zu Ehren des Drei-König-Feiertags. Dieser wird in Spanien gross gefeiert. Alle Kinder werden erneut beschenkt. Naja, als wäre Weihnachten gerade irgendwie mehrere Monate vorbei. Während wir durch Sevilla schlenderten, hatten wir oft das Gefühl, die Kinder dürfen bei diesem Anlass irgendwie alles. Hehe.

Da der Tank aus Murcia angeliefert wurde, konnte erst am Samstag am Bus weitergearbeitet werden. Wir wurden von Volks-Haus eingeladen, am Samstagvormittag bereits bei ihnen aufzukreuzen. Der Tank wäre so um Mittag da. Der ganze Reparaturprozess verlief ruhig und auch lustig. Immer wieder wurden Spässe gemacht. Wenn man bedenkt, wozu diese Löcher im Tank führen könnten, war der Spass etwas speziell, aber dennoch passend. Die beiden Mechaniker waren wunderbar! Ganzes Herzblut wurde reingesteckt, keine Mühen gescheut, nichts unversucht. Sie wechselten alles aus, was irgendwie gelitten hat. Ölfilter, Benzinfilter, Schläuche usw. Top Arbeit!

Am Samstagabend konnten wir endlich weiterfahren. Immer noch unterwegs an den See in El Palmar de Troya. Dort warteten Lala und Stefan schon auf uns.

Der Schlafplatz – wunderschön! Direkt am See. Kalt war es in der Nacht. Gefühlte 5’C.

Immer noch das Ziel Marokko vor Augen, fuhren wir weiter südwärts. Tarifa. Ein Surf- und Kiteparadies. Jeder zweite Shop ist für den Wassersport ausgelegt. Hier haben wir mal wieder Wäsche gewaschen und uns an verschiedenen gemütlichen Schlafplätzen entspannt.

Im Moment stehen wir hier etwas oberhalb Tarifas an einem wundervollen Schlafplatz. Umgeben von Eseln, Pferden, Kühen und Ziegen. Die sind sich die Nähe der Menschen ziemlich gewöhnt. Hier bleiben wir, bis wir aufbrechen, um nach Algeciras zu fahren, um dort die Fähre nach Marokko zu nehmen. Immer noch mit dem gleichen Ziel vor Augen: paar Wochen in Marokko.

Bis bald. Wo immer ihr gerade seid: geniesst den Moment.

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