Cabo Verde

In Lissabon angekommen, machten wir uns auf den Weg, unser Bussli für die nächsten zwei Wochen dem JetPark Team anzuvertrauen. Denn, wir machten uns auf den Weg auf die Kap Verden. Eine Inselgruppe, westlich auf Höhe Senegal.

Das angenehme Wetter, welches uns in Mindelo – Insel Sao Vicente – empfing, machte den Flug etwas erträglicher.

Auch vergassen wir so rasch die über dreissig Minuten, die wir aufs Visum warten mussten, da es kein Papier mehr hatte.

Am Flughafen in Mindelo warteten bereits Nadia und Kevin. Zwei Freunde aus Bern. Die Freude war riesig, als wir sie dort stehen sahen. Kevin ist gerade auf seinem mehrmonatigen Segelturn von Europa, via Kap Verden über den Atlantik in die Karibik und dann wieder zurück. Nadia, seine Partnerin war auch zu Besuch und so freuten wir uns auf die kommenden zwei Wochen mit ihnen.

Unter den 80.000 Einwohnerinnen und Einwohner in Mindelo gibts unzählige Alughuer Fahrer. Eine Art Sammeltaxi.

Eines davon hat uns vom Flughafen an den Hafen gebracht, wo wir gespannt mit dem kleinen Dinghi-Boot durch den Hafen fuhren, um auf Piru II zu steigen. Das Segelschiff von Kevin.

Die Seekrankheit machte die ersten zwei Tage die Runde. Am Anfang hat man völlig verständlich eine Zeitlang schaukelnde Erlebnisse, wenn man frisch aufs Boot stieg. Finalemente hat es geschaukelt, als wir unsere Beine wieder an Land aufsetzten.

In Mindelo gibt es vieles zu entdecken. Gemüse- und Früchtemärkte, Kaffees, Lebensmittelshops, Restaurants, streunende Hunde am laufenden Meter usw.

Auch die Weihnachtsbeleuchtung gibt was her. Der grösste Lebensmittelhersteller auf Sao Vicente hat extra einen überdimensionierten Stern an der Fassade angebracht. Süss.

Am folgenden Tag machten wir einen Ausflug zur Baia das Gatas. Wunderschön. Plötzlich liefen uns 6 zuckersüsse kleine Welpen entgegen. Wir geben den kleinen hungrigen Tieren bisschen von unseren Bananen. Mehr haben auch wir nicht dabei.

In Baia das Gatas baden auch viele Einheimische. Die Stimmung ist schön. Ausserhalb der Hafenmauer kommen grosse Wellen, sie brechen links von uns. Rechts ist es seemässig ruhig und man kann das glasklare Wasser geniessen.

Zurück in Mindelo machen wir noch den Grosseinkau für die nächsten Tage auf Meer.

Am nächsten Morgen bereiten wir Piru II für den bevorstehenden Segelturn vor. Alles, was im Wellengang runterfallen kann wird verstaut. Die Schwimwesten montiert, die Seile gespannt.

Ziel Santa Luzia, eine der unbewohnten Inseln der Kap Verden. Nach ungefähr 5 Stunden sind wir dort. Wow! Am kommenden Morgen steigen wir aufs Dinghi und fahren an den wunderschönen Strand. Heidi und Nadia schwimmen rüber. Dort angekommen, geniessen wir den Tag mit Sport, Schwimmen und Spazieren.

Die unbewohnte Insel Santa Luzia. Wunderschön. Paradiesisch und Creeepy zugleich. Man weiss, dass hier niemand lebt und trotzdem weiss man es nicht so ganz hundertprozentig.

Am nächsten Tag segeln wir bereits weiter Richtung Sao Nicolau. Auf dem Weg dahin begleiten uns mehrere Delfine neben dem Boot. Wunderschön.

In Tarafal angekommen, wird der Anker gesetzt, mit dem Dinghi der Hafen angesteuert und der Ort erkundet.

Auf Sao Nicolau gehen wir auch Wandern. Eine bezaubernde Natur begleitet uns auf unserem Weg über die Insel.

In einer intensiven Nacht mussten wir den Anker 3x setzen. Zuerst, weil sich ein geankertes Fischerboot bei Wind bis auf eineinhalb Meter näherte. Das nächste Mal, weil der Anker im Boden nicht gehalten hat und wir bisschen abgedriftet sind. Zum Glück haben wir dies bemerkt. Kann auch böse enden, wenn der Anker nicht hält. Die dritte Umankerung war etwas gar abstrus.

Doris – das Treibstoffschiff setzte sein unüberhörbares Horn mehrere Male ein, da wir direkt in ihrem Anfahrtsweg standen. Das war bis zu diesem Zeitpunkt an keinem Ort irgendwie in Erfahrung zu bringen. Doris setzte dann zwischen mehreren Segelschiffen ein Manöver hin, das in europäischen Staaten strengstens verboten ist. Verständlich.

Wir geniessen an drei Abenden sogar Kino auf Piru II.

Der erste Film “im Juli” nicht besonders empfehlenswert. Der zweite Film “Slash” – kann man schauen – zugedröhnt, gedankenfrei und ohne jegliche minime Erwartungshaltung. Der dritte Film “Sieben Minuten nach Mitternacht” war ein spanischer Film über einen Jungen, der in Träumen lebt und in den Träumen versucht, seine krebskranke Mama loszulassen. Speziell, aber absolut sehenswert.

Weihnachten! 24. Dezember. Auf einem Segelschiff irgendwo im Atlantik vor einer afrikanischen Insel der Kap Verden.

Heidi und Nadia sind am Güetzelen und machen Grittibänze. Fantastisch.

Zum festlichen Tag des Beisammenseins wird gekocht. Royal!

Unser Weihnachtsmenu:

⁃ Nussbraten

⁃ Kartoffelstock

⁃ Die beste vegane Bratensauce der Welt

⁃ Gemüsevariation

⁃ Güetzli zum Dessert

Wir haben den Abend sehr genossen. Dank der vorherrschenden Ruhe auf dem Wasser, konnten wir gemütlich auf Deck essen und trinken.

Irgendwann hiess es dann Rückkehr nach Mindelo. Wir segelten in zwei Tagen via Santa Luzia zurück zur Insel Sao Vicente.

Die restlichen Tage haben wir gemütlich verbracht. Wieder einmal einkaufen gegangen, wieder einmal die Füsse auf Festland gesetzt.

Wir gingen noch zu SiMaBo, eine Einrichtung, die sich für Strassenhunde und -katzen einsetzt. Fast 100 Hunde warten alleine auf Sao Vicente auf neue Familien.

Heidi wollte gerne einen Hund adoptieren. Leider war es schlussendlich komplizierter, als wir dachten. Wir haben uns dann auf ein künftiges Sponsoring von SiMaBo geeinigt.

Am 28. Dezember hiess es dann Abschied nehmen. Den Rückflug umgebucht. Statt in Praia zwischenzulanden, geht der Flug nun direkt nach Lissabon. So sparen wir in etwa einen halben Tag.

Wir verabschieden uns zufrieden von Kevin und Nadia. Einbisschen auch traurig, da wir die beiden eine längere Zeit nicht mehr sehen werden. Für uns geht es jetzt zurück aufs europäische Festland.

Bis bald!

Im Wellengang auf dem Boot. Dir wird bewusst, wie unwichtig der einzelne Mensch in der ganzen Geschichte der Erde ist. Du wirst hin- und hergerüttelt, es geht rauf und runter, rechts und links. Manchmal hast du das Gefühl, das Boot steht still. Schaust auf die Geschwindigkeitsanzeige und liest 6.2 Knoten! Das Boot bricht die Wellen, bahnt sich seinen Weg und zwei Sekunden später hat das Meer das weisse Wasser, das durch den Wellenbruch entsteht, bereits wieder verschluckt. Eindrücklich!

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