Russ & Plastik am Meer

Byebye Barcelona. Bei massivstem sinnflutartigem Regen haben wir dich verlassen, und in guter Erinnerung werden wir dich behalten. Da wir auf dem Weg gen Süden fast nicht zur Frontscheibe raus gesehen haben, sind wir zwei- bis dreimal im Kreis gefahren. Aber, wir haben ja Zeit.

Das Wetter erholte sich, je südlicher wir der Stadt davonfuhren.

Tarragona. Hafenort am Meer zwischen Barcelona und Valencia. Schöner Strand. Langer schöner Strand. Links der Hafen, rechts die Natur. Dazwischen stehen Wohnhäuser, Hotels und eben dieser Strand „la Pineda“. Ein flacher Strand. Perfekt, um hier einen Tag an der Sonne zu verbringen.

Tarragona. Hafenort am Meer. Beheimatet einen der wichtigsten Häfen von Spanien, gar einer der wichtigsten Häfen im ganzen Mittelmeer. Petrochemie, Dow Chemical, BASF, Repsol und all die Chemiefirmen, Pharmafirmen, Rohstofflieferanten laden hier ihre Güter ab, welche sie aus der ganzen Welt importieren, um anschliessend Kleber, Mörtel, Pharmaerzeugnisse, Kunststoffe usw. herzustellen. Bayer betreibt hier eine Fabrik, um Diphenylmethandiisocyanate herzustellen (Erzeugnis: Bspw. Polyurethan).

Tarragona. Hafenort am Meer. Hier wohnen Menschen. 131.500 (2015). All diese Menschen leben in dieser mit Russpartikel gefüllten Luft. Tag ein, Tag aus. Wir rochen diese Luft, sobald wir die Türe des Busses aufmachten. Den ganzen Tag durch. Wir haben Glück. Nach einem Tag am Strand können wir Morgen weiterfahren. Die Menschen hier bleiben.

Trotz dieser Tatsache, war es Heute endlich mal richtig warm. Wir sind mit Sonne aufgestanden und mit etwas Restwärme wieder ins Bett gegangen.

Bei Sonnenschein haben wir den Tag am Strand verbracht. Heidi leider mit Erkrankung. Etwas Bouillon und Tee machten die Schmerzen etwas erträglicher. Die Luft hier ist bestimmt nicht krankheitslindernd.

Bei einem kurzen „Bein ins Meer stellen“ fielen uns die kleinen runden Steinchen auf. Überall. Wirklich überall liegen sie vor sich hin. Doch es sind keine Steinchen, es sind 3-5 mm kleine Kunststoffgranulate. Danke Bayer, BASF, Petrochemie usw. für diese Umweltverschmutzung! Man mag sich gar nicht vorstellen, wie viele davon an der ganzen Küste entlang liegen oder im Meer schwimmen. Dieses Mikroplastik beeinträchtigt die Meeresbewohner und landet vermutlich irgendwann auf unseren Tellern.

Tarragona. Hafenort am Meer. Wir fahren weiter. Für dich und deine Menschen hoffen wir, dass sich irgendwann die Umstände bessern werden.

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